Steuerklassen 2026: Steuerklasse 1 bis 6 erklärt

Die Steuerklasse bestimmt, wie der Arbeitgeber die laufende Lohnsteuer vom Arbeitslohn berechnet. In Deutschland gibt es 2026 die Steuerklassen I bis VI. Welche Steuerklasse gilt, hängt vor allem von Familienstand, Alleinerziehendenstatus und der Zahl deiner Arbeitsverhältnisse ab.

Die Steuerklasse beeinflusst dein monatliches Netto, ist aber nicht einfach dein persönlicher Steuersatz. Besonders bei Ehepaaren kann die Wahl der Kombination verändern, wie die Lohnsteuer während des Jahres verteilt wird, ohne die endgültige gemeinsame Einkommensteuer allein durch die Wahl der Klasse zu senken.

Mit unserem Brutto-Netto-Rechner 2026 kannst du direkt vergleichen, wie sich unterschiedliche Steuerklassen auf den laufenden Lohnsteuerabzug und dein voraussichtliches Netto auswirken.

Welche Steuerklassen gibt es 2026?

2026 gibt es weiterhin die sechs Steuerklassen I, II, III, IV, V und VI. Die Steuerklassen III und V sind 2026 also weiterhin Bestandteil des geltenden Lohnsteuerabzugs.

Steuerklasse Typischer Anwendungsfall
I / 1Ledige sowie bestimmte verheiratete, verwitwete oder geschiedene Arbeitnehmer, wenn III oder IV nicht gelten
II / 2Alleinerziehende, wenn der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende berücksichtigt werden kann
III / 3Bestimmte verheiratete Arbeitnehmer in Kombination mit Steuerklasse V des Partners; außerdem bestimmte Verwitwete
IV / 4Verheiratete beziehungsweise eingetragene Lebenspartner, die die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen
V / 5Partner zur Steuerklasse III innerhalb der Kombination III/V
VI / 6Zweites und weiteres Dienstverhältnis bei mehreren Arbeitgebern

Die gesetzliche Zuordnung ist in § 38b EStG in den Lohnsteuer-Hinweisen 2026 des Bundesfinanzministeriums dokumentiert.

Was bedeutet Steuerklasse 1?

Steuerklasse I gilt typischerweise für ledige Arbeitnehmer. Sie kann außerdem für verheiratete, verwitwete oder geschiedene Arbeitnehmer gelten, wenn die Voraussetzungen für Steuerklasse III oder IV nicht erfüllt sind.

Steuerklasse 1 ist damit die typische Klasse für Arbeitnehmer ohne Ehegatten-Steuerklassenkombination und ohne die Voraussetzungen der Steuerklasse II.

Die Klasse selbst sagt allerdings noch nichts darüber aus, wie hoch dein Netto konkret ist. Dafür sind zusätzlich Bruttogehalt, Krankenversicherung, Kirchensteuer, Pflegeversicherung und weitere Merkmale relevant.

Was bedeutet Steuerklasse 2?

Steuerklasse II ist für Arbeitnehmer vorgesehen, bei denen der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende berücksichtigt werden kann. Sie ist also nicht einfach die Steuerklasse für jede unverheiratete Person mit Kind.

Für den Entlastungsbetrag müssen die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehört insbesondere, dass zum Haushalt mindestens ein Kind gehört, für das Anspruch auf Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag besteht, und die Voraussetzungen für den Status als alleinstehend erfüllt sind.

Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende beträgt seit 2023 4.260 Euro pro Jahr für das erste Kind. Für jedes weitere Kind erhöht er sich um 240 Euro pro Jahr. Im Lohnsteuerabzug wird der Grundbetrag über Steuerklasse II berücksichtigt.

Die amtlichen Erläuterungen findest du im Lohnsteuer-Handbuch des Bundesfinanzministeriums zum Entlastungsbetrag für Alleinerziehende.

Ist Steuerklasse II automatisch eingetragen, wenn ich alleinerziehend bin?

Nicht in jedem Fall automatisch. Für die Beantragung der Steuerklasse II beziehungsweise des Entlastungsbetrags stellt ELSTER die entsprechende Anlage Kind im Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung und zu den Lohnsteuerabzugsmerkmalen bereit.

Wenn die Voraussetzungen für Steuerklasse II später entfallen, muss dies dem Finanzamt mitgeteilt werden.

Was bedeutet Steuerklasse 3?

Steuerklasse III kann 2026 bei verheirateten Arbeitnehmern verwendet werden, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind und der andere Ehegatte auf gemeinsamen Antrag in Steuerklasse V eingereiht wird.

Typisch ist die Kombination III/V bei Ehepaaren mit unterschiedlich hohen Arbeitslöhnen. Steuerklasse III führt beim betreffenden Partner häufig zu einem niedrigeren laufenden Lohnsteuerabzug als Steuerklasse IV, während Steuerklasse V beim anderen Partner einen höheren laufenden Abzug bewirkt.

Das bedeutet jedoch nicht, dass die Kombination III/V allein die endgültige gemeinsame Einkommensteuer senkt. Sie verändert vor allem die Verteilung und Höhe der laufenden Lohnsteuerabzüge.

Gibt es Steuerklasse 3 im Jahr 2026 noch?

Ja. Steuerklasse III ist 2026 weiterhin gesetzlich vorgesehen. Das aktuelle Lohnsteuer-Handbuch 2026 des Bundesfinanzministeriums führt Steuerklasse III ausdrücklich in § 38b EStG auf.

Dass über spätere Reformen der Kombination III/V diskutiert beziehungsweise geplant wurde, ändert nichts daran, dass für eine Berechnung des Jahres 2026 die tatsächlich 2026 geltenden Steuerklassen maßgeblich sind.

Was bedeutet Steuerklasse 4?

Steuerklasse IV gilt grundsätzlich für verheiratete Arbeitnehmer, wenn beide Ehegatten unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben.

Bei einer Eheschließung wird nach den aktuellen ELStAM-Regeln grundsätzlich automatisch die Kombination IV/IV gebildet. Das gilt auch, wenn zunächst nur einer der Ehegatten Arbeitslohn bezieht, solange keine andere zulässige Kombination beantragt wird.

Steuerklasse IV ist damit der gesetzliche Regelfall für viele Ehepaare.

Was ist Steuerklasse IV mit Faktor?

Beim Faktorverfahren erhalten beide Ehegatten Steuerklasse IV, zusätzlich wird ein vom Finanzamt berechneter Faktor beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt. Dadurch kann die voraussichtliche gemeinsame Steuerbelastung bereits während des Jahres genauer auf beide Arbeitslöhne verteilt werden.

Nach § 39f EStG wird der Faktor vereinfacht aus dem Verhältnis der voraussichtlichen gemeinsamen Einkommensteuer nach dem Splittingverfahren zur Summe der voraussichtlichen Lohnsteuer bei Steuerklasse IV berechnet.

Der Faktor wird mit drei Nachkommastellen ohne Rundung gebildet und muss kleiner als 1 sein. Die amtliche Regelung findest du unter § 39f EStG – Faktorverfahren.

Warum kann IV/IV mit Faktor sinnvoll sein?

Das Faktorverfahren verteilt den laufenden Lohnsteuerabzug stärker nach den tatsächlichen Arbeitslöhnen beider Partner. Dadurch kann die monatliche Verteilung realistischer sein als bei einer starken Aufteilung über III/V.

Es ist wichtig, den Faktor nicht selbst zu schätzen. Für die Lohnabrechnung ist der vom Finanzamt als ELStAM gebildete Faktor maßgeblich.

Was bedeutet Steuerklasse 5?

Steuerklasse V ist 2026 die Gegenklasse zur Steuerklasse III. Sie gilt für den Ehegatten, wenn der andere Partner auf gemeinsamen Antrag in Steuerklasse III eingereiht wird.

In Steuerklasse V fällt der laufende Lohnsteuerabzug im Verhältnis zum eigenen Arbeitslohn häufig deutlich höher aus als in Steuerklasse IV. Das ist Teil der Verteilungswirkung der Kombination III/V.

Gerade deshalb sollte die monatliche Nettohöhe eines Partners in Steuerklasse V nicht isoliert als Maßstab für die endgültige gemeinsame Steuerbelastung des Ehepaars verstanden werden.

Was bedeutet Steuerklasse 6?

Steuerklasse VI gilt grundsätzlich für den Arbeitslohn aus einem zweiten und weiteren Dienstverhältnis bei mehreren Arbeitgebern.

Ein erstes Dienstverhältnis wird mit der dafür geltenden regulären Steuerklasse abgerechnet. Ein weiterer Arbeitgeber verwendet für das zusätzliche Dienstverhältnis grundsätzlich Steuerklasse VI.

Steuerklasse VI führt häufig zu einem vergleichsweise hohen laufenden Lohnsteuerabzug, weil bestimmte Entlastungsbeträge bereits beim ersten Dienstverhältnis berücksichtigt werden.

Welche Beschäftigung bekommt Steuerklasse VI?

Steuerklasse VI gehört grundsätzlich zum zweiten und weiteren Dienstverhältnis, nicht automatisch zum Job mit dem niedrigeren Gehalt. Für die ELStAM ist entscheidend, welches Arbeitsverhältnis als erstes Dienstverhältnis angemeldet wird.

Wer gleichzeitig von mehreren Arbeitgebern Arbeitslohn bezieht, kann außerdem unter die Pflichtveranlagung zur Einkommensteuer fallen.

Welche Steuerklasse ist die beste?

Es gibt keine allgemein „beste“ Steuerklasse. Die passende Klasse richtet sich zuerst nach den gesetzlichen Voraussetzungen. Bei Ehepaaren mit Wahlmöglichkeit geht es vor allem darum, wie die voraussichtliche Lohnsteuer während des Jahres verteilt werden soll.

Die wichtigste Unterscheidung lautet:

  • Steuerklasse beeinflusst den laufenden Lohnsteuerabzug.
  • Die endgültige Einkommensteuer wird nach den Regeln des Einkommensteuerrechts ermittelt.

Deshalb erzeugt ein Wechsel von IV/IV zu III/V nicht automatisch eine echte Steuerersparnis. Er kann das monatliche Netto zwischen den Partnern deutlich verschieben und die Höhe einer späteren Erstattung oder Nachzahlung beeinflussen.

Wie die Lohnsteuer vom Gehalt berechnet wird und welche Rolle der Grundfreibetrag 2026 dabei spielt, erklären wir in den jeweiligen Fachbeiträgen.

Steuerklasse III/V oder IV/IV: Was ist der Unterschied?

Kombination Wirkung beim laufenden Lohnsteuerabzug Typische Besonderheit
IV/IVbeide Partner werden jeweils nach Steuerklasse IV abgerechnetgesetzlicher Regelfall nach Eheschließung
III/Vniedrigerer Abzug bei III, höherer Abzug bei Vstärkere Verteilung des laufenden Abzugs zwischen den Partnern
IV/IV mit FaktorSteuerklasse IV bei beiden plus individueller Faktorvoraussichtliche gemeinsame Steuerwirkung wird bereits im laufenden Abzug berücksichtigt

Welche Kombination im Alltag besser passt, hängt unter anderem von den Arbeitslöhnen beider Partner, der gewünschten Verteilung des monatlichen Nettos und der persönlichen Situation ab. Für eine verbindliche steuerliche Entscheidung kann individuelle Beratung sinnvoll sein.

Muss man bei Steuerklasse III/V eine Steuererklärung abgeben?

Wenn zusammen zu veranlagende Ehegatten beide Arbeitslohn beziehen und einer im Veranlagungszeitraum nach Steuerklasse V besteuert wurde, besteht grundsätzlich eine Pflicht zur Einkommensteuerveranlagung. Auch das Faktorverfahren bei Steuerklasse IV kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen eine Pflichtveranlagung auslösen.

Die maßgeblichen Pflichtveranlagungsfälle sind in § 46 EStG geregelt.

Auch mehrere gleichzeitige Arbeitgeber können eine Pflichtveranlagung auslösen.

Wie beeinflusst die Steuerklasse das Nettogehalt?

Die Steuerklasse verändert vor allem die Höhe der laufenden Lohnsteuer und damit das monatlich verfügbare Netto. Die Sozialversicherungsbeiträge werden nicht einfach wegen einer anderen Steuerklasse neu tarifiert.

Ein Wechsel der Steuerklasse kann deshalb das angezeigte Netto im Brutto-Netto-Rechner deutlich verändern, obwohl Bruttogehalt, Krankenkasse und Sozialversicherungsmerkmale gleich bleiben.

Wie aus allen Abzügen zusammen das Nettogehalt entsteht, erklären wir unter Wie wird das Nettogehalt berechnet?.

Beeinflusst die Steuerklasse die Sozialabgaben?

Die Steuerklasse bestimmt nicht den Beitragssatz zur Kranken-, Pflege-, Renten- oder Arbeitslosenversicherung. Diese Beiträge folgen den sozialversicherungsrechtlichen Regeln.

Die Steuerklasse wirkt also primär auf den Lohnsteuerabzug. Sozialabgaben hängen stattdessen unter anderem von beitragspflichtigem Entgelt, Versicherungspflicht, Zusatzbeitrag, Pflegeversicherungsmerkmalen und Beitragsbemessungsgrenzen ab.

Mehr dazu findest du unter Sozialabgaben 2026.

Was haben Kinder mit der Steuerklasse zu tun?

Kinder führen nicht automatisch zu einer eigenen allgemeinen „Steuerklasse mit Kind“. Eine wichtige Ausnahme ist Steuerklasse II, die den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende berücksichtigt.

Davon getrennt gibt es die Zahl der Kinderfreibeträge als eigenes Lohnsteuerabzugsmerkmal. Kinderfreibetrag und Steuerklasse sind also unterschiedliche ELStAM.

Im laufenden Lohnsteuerabzug beeinflussen Kinderfreibeträge nach den BMF-Regeln nicht die Lohnsteuer selbst, sondern insbesondere Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Die Einzelheiten erklären wir unter Kinderfreibetrag 2026.

Was sind ELStAM und warum sind sie für die Steuerklasse wichtig?

ELStAM sind die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale, die der Arbeitgeber für die Lohnabrechnung von der Finanzverwaltung abruft.

Dazu gehören insbesondere:

  • Steuerklasse,
  • Zahl der Kinderfreibeträge,
  • Freibeträge,
  • Kirchensteuerabzugsmerkmale.

ELSTER bezeichnet dieses Verfahren als elektronische Lohnsteuerkarte. Arbeitgeber erhalten die für den Lohnsteuerabzug benötigten Merkmale elektronisch von der Finanzverwaltung. Die offizielle Übersicht findest du bei ELSTER zu den ELStAM.

Wie kann man die Steuerklasse 2026 wechseln?

Ehegatten können eine zulässige Änderung ihrer Steuerklassenkombination beim Finanzamt beantragen. Der Antrag kann über Mein ELSTER oder mit dem amtlichen Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung und zu den Lohnsteuerabzugsmerkmalen gestellt werden.

Nach den 2026-Regeln können Ehegatten grundsätzlich auch mehrfach im Kalenderjahr eine Änderung beantragen. Ein Wechsel wird grundsätzlich zu Beginn des Kalendermonats wirksam, der auf die Antragstellung folgt.

Damit eine beantragte Änderung noch im laufenden Kalenderjahr berücksichtigt wird, muss der Antrag grundsätzlich spätestens bis zum 30. November gestellt werden.

ELSTER stellt dafür die Formulare zum Steuerklassenwechsel und zu den Lohnsteuerabzugsmerkmalen bereit.

Kann ein Ehegatte allein von III/V auf IV/IV wechseln?

Ja. Der Wechsel von Steuerklasse III oder V in Steuerklasse IV kann nach § 38b EStG auch auf Antrag nur eines Ehegatten erfolgen. Die Folge ist, dass beide Ehegatten in Steuerklasse IV eingereiht werden.

Welche Steuerklasse gilt nach der Heirat?

Nach einer Eheschließung wird grundsätzlich automatisch die Steuerklassenkombination IV/IV gebildet. Eine andere zulässige Kombination kann anschließend beantragt werden.

Damit ist III/V nicht die automatische Standardkombination für verheiratete Paare. Wer III/V oder IV/IV mit Faktor nutzen möchte, muss die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen und die gewünschte Änderung beantragen.

Welche Steuerklasse gilt nach Trennung oder Scheidung?

Eine Trennung oder Scheidung kann die Voraussetzungen für die bisherigen Ehegatten-Steuerklassen verändern. Dabei ist der Zeitpunkt der dauernden Trennung beziehungsweise Auflösung der Ehe wichtig.

Die konkreten Änderungen der ELStAM folgen den gesetzlichen Regeln und können von der individuellen Situation abhängen. Wer sich trennt oder scheiden lässt, sollte deshalb nicht einfach die bisherige Steuerklasse weiter als selbstverständlich voraussetzen.

Welche Steuerklasse gilt für Verwitwete?

Steuerklasse III kann unter bestimmten Voraussetzungen noch für das Kalenderjahr gelten, das auf das Todesjahr des Ehegatten folgt. Danach gelten die allgemeinen gesetzlichen Zuordnungsregeln.

Die genaue Regelung ist in § 38b EStG enthalten. Für individuelle Sonderfälle ist die beim Finanzamt hinterlegte ELStAM maßgeblich.

Warum ist Steuerklasse VI oft besonders hoch?

Bei Steuerklasse VI werden bestimmte Freibeträge und Entlastungen nicht noch einmal so berücksichtigt wie im ersten Dienstverhältnis. Dadurch ist der laufende Lohnsteuerabzug häufig höher.

Das heißt nicht automatisch, dass die endgültige Einkommensteuer auf den Zweitjob genau so hoch bleibt. Bei der späteren Einkommensteuerveranlagung werden die gesamten steuerpflichtigen Einkünfte und bereits einbehaltenen Lohnsteuerbeträge zusammengeführt.

Kann eine andere Steuerklasse dauerhaft Steuern sparen?

Die Steuerklasse allein ist kein Instrument, mit dem sich bei unveränderten steuerlichen Verhältnissen beliebig die endgültige Einkommensteuer senken lässt. Sie steuert vor allem den monatlichen Lohnsteuerabzug.

Bei Ehepaaren kann die Wahl von III/V, IV/IV oder IV/IV mit Faktor daher vor allem beeinflussen:

  • wie viel Netto jeder Partner monatlich erhält,
  • wie die laufende Lohnsteuer zwischen beiden verteilt wird,
  • wie groß eine mögliche Erstattung oder Nachzahlung bei der Veranlagung ausfällt.

Wer nur auf das höchste monatliche Netto eines Partners schaut, kann die gemeinsame Jahreswirkung falsch einschätzen.

Häufige Fragen zu den Steuerklassen 2026

Welche Steuerklasse habe ich als Single?

Typischerweise Steuerklasse I. Wenn du die Voraussetzungen für den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende erfüllst, kann stattdessen Steuerklasse II relevant sein.

Welche Steuerklasse haben Verheiratete?

Bei einer Eheschließung wird grundsätzlich automatisch IV/IV gebildet. Unter den gesetzlichen Voraussetzungen können Ehepaare 2026 auch III/V oder IV/IV mit Faktor beantragen.

Welche Steuerklasse hat ein Zweitjob?

Grundsätzlich Steuerklasse VI. Sie gilt für den Arbeitslohn aus dem zweiten und weiteren Dienstverhältnis bei mehreren Arbeitgebern.

Ist Steuerklasse 3 im Jahr 2026 abgeschafft?

Nein. Steuerklasse III ist 2026 weiterhin im geltenden § 38b EStG aufgeführt und kann bei erfüllten Voraussetzungen zusammen mit Steuerklasse V verwendet werden.

Ist Steuerklasse 5 im Jahr 2026 abgeschafft?

Nein. Auch Steuerklasse V gilt 2026 weiterhin als Gegenklasse zur Steuerklasse III innerhalb der Kombination III/V.

Ist Steuerklasse IV mit Faktor dasselbe wie Steuerklasse IV?

Nein. Bei IV mit Faktor wird zusätzlich ein vom Finanzamt berechneter Faktor beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt. Dadurch wird die voraussichtliche gemeinsame Steuerwirkung anders auf beide Partner verteilt.

Kann ich meine Steuerklasse online ändern?

Ja. Zulässige Änderungen können über Mein ELSTER mit dem Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung und zu den Lohnsteuerabzugsmerkmalen beantragt werden.

Bis wann muss ich 2026 die Steuerklasse wechseln?

Damit die Änderung noch für das laufende Kalenderjahr berücksichtigt wird, muss der Antrag grundsätzlich spätestens bis zum 30. November 2026 gestellt werden.

Stand und Quellen

Stand: 2026 · zuletzt fachlich geprüft: 29. August 2026

Die Zuordnung der Steuerklassen, die Regeln zum Steuerklassenwechsel und das Faktorverfahren wurden anhand des Einkommensteuergesetzes und des Lohnsteuer-Handbuchs 2026 des Bundesministeriums der Finanzen geprüft. Informationen zu ELStAM und den Antragswegen stammen aus ELSTER.

Wenn du sehen möchtest, wie sich deine Steuerklasse konkret auf Lohnsteuer und Netto auswirkt, nutze den Brutto-Netto-Rechner 2026. Die technische Berechnungsgrundlage unserer Rechner findest du unter Berechnungsmethode & Quellen.

Recherche und Redaktion: Muzammal Amin

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