Wie wird das Nettogehalt berechnet?
Das Nettogehalt ergibt sich aus dem Bruttogehalt abzüglich Lohnsteuer, gegebenenfalls Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer sowie der Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung. Wie hoch diese Abzüge ausfallen, hängt unter anderem von Gehalt, Steuerklasse, Krankenversicherung, Kindern und weiteren Lohnsteuermerkmalen ab.
Die Grundidee ist einfach. Die eigentliche Brutto-Netto-Berechnung ist es nicht, weil Steuern, Beitragsbemessungsgrenzen, Midijob-Regeln und persönliche Merkmale unterschiedliche Rechenwege auslösen.
Wenn du dein eigenes Ergebnis direkt berechnen möchtest, nutze unseren Brutto-Netto-Rechner 2026.
Wie lautet die Formel von Brutto zu Netto?
Für einen regulären Arbeitnehmer lässt sich der Rechenweg vereinfacht so darstellen:
Nettogehalt = Bruttogehalt − Lohnsteuer − Solidaritätszuschlag − Kirchensteuer − Krankenversicherung − Pflegeversicherung − Rentenversicherung − Arbeitslosenversicherung
Nicht jede Position fällt bei jeder Person an. Kirchensteuer wird zum Beispiel nur bei Kirchensteuerpflicht abgezogen, der Solidaritätszuschlag fällt bei vielen Arbeitnehmern nicht an, und bei privater Krankenversicherung unterscheidet sich die Beitragslogik von der gesetzlichen Krankenversicherung.
Die Formel zeigt deshalb welche Bestandteile zwischen Brutto und Netto liegen. Sie ersetzt nicht die eigentliche Berechnung der einzelnen Abzüge.
Was ist der Unterschied zwischen Bruttogehalt und Nettogehalt?
Das Bruttogehalt ist die Vergütung vor den persönlichen Arbeitnehmerabzügen; das Nettogehalt ist der Betrag nach diesen Abzügen. Der Auszahlungsbetrag auf deiner Abrechnung kann zusätzlich durch weitere Positionen beeinflusst werden.
Beim normalen Brutto-Netto-Vergleich geht es vor allem um:
- Lohnsteuer,
- Solidaritätszuschlag,
- gegebenenfalls Kirchensteuer,
- Krankenversicherung,
- Pflegeversicherung,
- Rentenversicherung und
- Arbeitslosenversicherung.
Eine ausführliche Begriffserklärung findest du unter Brutto und Netto: Was ist der Unterschied?.
Welche Abzüge werden vom Bruttogehalt vorgenommen?
Die typischen Arbeitnehmerabzüge lassen sich in zwei Gruppen teilen: Steuern und Sozialabgaben. Beide Gruppen werden nach unterschiedlichen Regeln berechnet.
| Gruppe | Typische Positionen | Wovon die Höhe abhängt |
|---|---|---|
| Steuern | Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer | Arbeitslohn, Steuerklasse, Freibeträge, Kirchensteuermerkmale und weitere ELStAM |
| Sozialabgaben | Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung | beitragspflichtiges Entgelt, Beitragssätze, Beitragsbemessungsgrenzen und persönliche Versicherungsmerkmale |
Wenn du jede Position einzeln verstehen möchtest, findest du die vollständige Übersicht unter Abzüge vom Bruttogehalt.
Wie wird die Lohnsteuer aus dem Bruttogehalt berechnet?
Die Lohnsteuer ist kein fester Prozentsatz des Bruttogehalts. Für den laufenden Lohnsteuerabzug wird der Arbeitslohn mit den gesetzlichen Lohnsteuermerkmalen und den Rechenschritten des jeweiligen Jahres verarbeitet.
Für 2026 veröffentlicht das Bundesministerium der Finanzen einen Programmablaufplan für die maschinelle Berechnung der Lohnsteuer. Dieser bildet auch den Solidaritätszuschlag und die Bemessungsgrundlage für die Kirchenlohnsteuer ab. Die endgültige Fassung für 2026 wurde am 12. November 2025 veröffentlicht.
Die offizielle Grundlage findest du im BMF-Programmablaufplan 2026.
Für die Höhe des laufenden Lohnsteuerabzugs sind unter anderem die Steuerklasse und hinterlegte elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) wichtig. Wie die Lohnsteuer im Detail funktioniert, erklären wir unter Lohnsteuer vom Gehalt.
Welche Rolle spielt die Steuerklasse?
Die Steuerklasse beeinflusst den laufenden Lohnsteuerabzug vom Arbeitslohn. Zwei Personen mit gleichem Bruttogehalt können deshalb auf ihrer monatlichen Abrechnung unterschiedliche Lohnsteuerbeträge sehen.
In Deutschland gibt es die Steuerklassen I bis VI. Für Ehegatten beziehungsweise Lebenspartner kann unter bestimmten Voraussetzungen außerdem die Steuerklasse IV mit Faktor relevant sein.
Wichtig ist die Einordnung: Die Steuerklasse ist vor allem ein Merkmal des Lohnsteuerabzugs während des Jahres. Sie ist nicht einfach ein persönlicher „Steuersatz“, der direkt mit dem Bruttogehalt multipliziert wird.
Welche Steuerklasse wann verwendet wird, erklären wir ausführlich unter Steuerklassen I bis VI.
Wie wirkt der Grundfreibetrag auf das Nettogehalt?
Der Grundfreibetrag ist in den Einkommensteuertarif eingebaut und sorgt dafür, dass das steuerliche Existenzminimum steuerfrei bleibt. Für 2026 beträgt er 12.348 Euro pro Jahr.
Das Bundesministerium der Finanzen hat den Grundfreibetrag für 2026 von 12.096 Euro auf 12.348 Euro angehoben.
Ein häufiger Denkfehler ist, den Jahresgrundfreibetrag einfach durch zwölf zu teilen und diesen Betrag jeden Monat direkt vom Bruttogehalt abzuziehen. So funktioniert die Lohnabrechnung nicht. Der Grundfreibetrag wirkt innerhalb des Steuertarifs und der Lohnsteuerberechnung; er ist keine eigene Position, die auf der Gehaltsabrechnung als monatlicher Abzug vom Brutto erscheint.
Mehr dazu findest du unter Grundfreibetrag 2026.
Wie wird der Solidaritätszuschlag berechnet?
Der Solidaritätszuschlag wird nicht pauschal bei jedem Arbeitnehmer mit 5,5 Prozent der sichtbaren Lohnsteuer angesetzt. Freigrenze und Milderungszone können dazu führen, dass kein oder nur ein reduzierter Solidaritätszuschlag anfällt.
Für 2026 wurde die relevante jährliche Freigrenze beim Solidaritätszuschlag weiter angehoben. Der BMF-Programmablaufplan berücksichtigt diese Regeln bereits in der maschinellen Lohnsteuerberechnung.
Deshalb ist die vereinfachte Rechnung Lohnsteuer × 5,5 % für viele Gehälter kein korrekter Weg zum tatsächlichen Soli. Die Einzelheiten erklären wir unter Solidaritätszuschlag 2026.
Wann wird Kirchensteuer vom Gehalt abgezogen?
Kirchensteuer wird beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt, wenn eine entsprechende Kirchensteuerpflicht besteht. Der reguläre Kirchensteuersatz beträgt in Bayern und Baden-Württemberg grundsätzlich 8 Prozent, in den übrigen Bundesländern 9 Prozent der maßgeblichen Steuer.
Bei der maschinellen Berechnung ist die Bemessungsgrundlage wichtig. Die Kirchensteuer sollte deshalb nicht blind aus irgendeinem sichtbaren Lohnsteuerwert nachgerechnet werden, insbesondere wenn Kinderfreibeträge eine Rolle spielen.
Die Besonderheiten findest du unter Kirchensteuer auf das Gehalt.
Wie werden die Sozialabgaben vom Gehalt berechnet?
Sozialabgaben werden aus dem beitragspflichtigen Arbeitsentgelt bis zur jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze berechnet. Bei regulär versicherungspflichtigen Arbeitnehmern bestehen die wichtigsten Beiträge aus Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung.
Für 2026 gelten unter anderem folgende Werte:
| Sozialversicherung 2026 | Gesamtbeitrag / wichtiger Wert | Regulärer Arbeitnehmeranteil |
|---|---|---|
| Gesetzliche Krankenversicherung | 14,6 % + kassenindividueller Zusatzbeitrag | 7,3 % + Hälfte des Zusatzbeitrags |
| Pflegeversicherung | 3,6 % Grundbeitrag; Kinderlosenzuschlag und Kinderabschläge möglich | abhängig von Elternstatus, Kindern und Beschäftigungsort Sachsen |
| Rentenversicherung | 18,6 % | 9,3 % |
| Arbeitslosenversicherung | 2,6 % | 1,3 % |
Die aktuellen 2026-Werte werden unter anderem vom Bundesgesundheitsministerium und von der Deutschen Rentenversicherung veröffentlicht.
Eine zusammenhängende Erklärung findest du unter Sozialabgaben 2026.
Warum wird nicht der gesamte Sozialversicherungsbeitrag vom Brutto abgezogen?
Vom Arbeitnehmerbrutto wird grundsätzlich nur der Arbeitnehmeranteil einbehalten. Der Arbeitgeberanteil ist eine zusätzliche Belastung des Arbeitgebers und wird nicht noch einmal von deinem vereinbarten Bruttogehalt abgezogen.
Bei einem Rentenversicherungsbeitrag von insgesamt 18,6 Prozent beträgt der reguläre Arbeitnehmeranteil zum Beispiel 9,3 Prozent. Der Arbeitgeber trägt grundsätzlich ebenfalls 9,3 Prozent.
Dasselbe Grundprinzip gilt für Kranken- und Arbeitslosenversicherung. Bei der Pflegeversicherung gibt es allerdings Besonderheiten, etwa beim Kinderlosenzuschlag und bei der Beitragsverteilung in Sachsen.
Wer die gesamten Beitragssätze einfach vollständig vom Arbeitnehmerbrutto abzieht, berechnet das Netto daher deutlich zu niedrig.
Was ist ein Krankenkassen-Zusatzbeitrag?
Der Zusatzbeitrag ist ein zusätzlicher Beitragssatz der gesetzlichen Krankenkasse und kann von Kasse zu Kasse unterschiedlich sein. Arbeitgeber und Arbeitnehmer tragen den kassenindividuellen Zusatzbeitrag grundsätzlich jeweils zur Hälfte.
Das Bundesgesundheitsministerium hat für 2026 einen durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz von 2,9 Prozent bekanntgegeben. Dieser Durchschnitt ist aber nicht automatisch der tatsächliche Satz deiner Krankenkasse.
Für eine genaue Brutto-Netto-Berechnung sollte deshalb möglichst der reale Zusatzbeitrag der eigenen Krankenkasse verwendet werden. Mehr dazu findest du unter Krankenkassen-Zusatzbeitrag 2026.
Was sind Beitragsbemessungsgrenzen?
Eine Beitragsbemessungsgrenze ist die Einkommensgrenze, bis zu der Beiträge für einen bestimmten Sozialversicherungszweig berechnet werden. Einkommen oberhalb der Grenze erhöht den betreffenden Beitrag nicht weiter.
2026 gelten bundesweit:
| Versicherungszweig | Monatliche Beitragsbemessungsgrenze 2026 | Jährliche Beitragsbemessungsgrenze 2026 |
|---|---|---|
| Kranken- und Pflegeversicherung | 5.812,50 € | 69.750 € |
| Allgemeine Renten- und Arbeitslosenversicherung | 8.450 € | 101.400 € |
Die Deutsche Rentenversicherung bestätigt diese 2026-Grenzen in ihrer Übersicht zur Beitragsbemessungsgrenze.
Das erklärt einen wichtigen Effekt bei höheren Gehältern: Sozialversicherungsbeiträge steigen oberhalb einer Beitragsbemessungsgrenze für den jeweiligen Versicherungszweig nicht mehr proportional mit jedem zusätzlichen Euro Brutto. Mehr Details findest du unter Beitragsbemessungsgrenzen 2026.
Wie beeinflussen Kinder das Nettogehalt?
Kinder können den Lohnsteuerabzug und die Pflegeversicherung auf unterschiedliche Weise beeinflussen. Deshalb sollte eine Brutto-Netto-Berechnung Kinderfreibetrag und Kinder für die Pflegeversicherung nicht als dieselbe Eingabe behandeln.
Kinderfreibetrag beim Lohnsteuerabzug
Im laufenden Lohnsteuerabzugsverfahren beeinflussen die Freibeträge für Kinder nicht die Lohnsteuer selbst. Nach den Informationen des Bundesfinanzministeriums wirken sie sich dort auf die Zuschlagsteuern, also Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer, aus.
Das BMF bestätigt diesen Unterschied ausdrücklich in seinen FAQ zum Lohn- und Einkommensteuerrechner.
Kinder bei der Pflegeversicherung
Für die Pflegeversicherung ist dagegen unter anderem relevant, ob jemand kinderlos ist und wie viele berücksichtigungsfähige Kinder unter 25 vorhanden sind. Ab dem zweiten bis zum fünften berücksichtigungsfähigen Kind kann sich der Arbeitnehmeranteil reduzieren.
Deshalb sind Kinderfreibetrag und Kinder unter 25 für die Pflegeversicherung zwei verschiedene Sachverhalte. Mehr dazu erklären wir unter Kinderfreibetrag 2026 und Pflegeversicherungsbeitrag 2026.
Wie wirkt eine private Krankenversicherung auf das Netto?
Bei privat krankenversicherten Arbeitnehmern wird die Kranken- und Pflegeversicherung nicht wie bei einem gesetzlich Versicherten mit dem normalen GKV-Beitragssatz vom Gehalt berechnet. Stattdessen sind der tatsächliche relevante PKV-/Pflegebeitrag und der Arbeitgeberzuschuss wichtig.
Deshalb kann ein Brutto-Netto-Rechner für PKV-Fälle nur dann sinnvoll rechnen, wenn er entsprechende PKV-Angaben abfragt. Unser Hauptrechner verwendet dafür den eingegebenen Basisbeitrag und den steuerfreien Arbeitgeberzuschuss innerhalb des unterstützten Standardmodells.
Was passiert bei einem Midijob?
Im Midijob wird der Arbeitnehmeranteil zur Sozialversicherung nach besonderen Regeln reduziert. 2026 liegt der Übergangsbereich für gewöhnliche Beschäftigungen bei einem regelmäßigen Monatsentgelt von 603,01 Euro bis 2.000 Euro.
Deshalb ist die Formel „Brutto × normaler Arbeitnehmerbeitrag“ in diesem Einkommensbereich nicht ausreichend. Die Deutsche Rentenversicherung verwendet besondere beitragspflichtige Einnahmen und einen jährlich festgelegten Faktor. Für 2026 beträgt dieser Faktor 0,6619.
Unser Brutto-Netto-Rechner erkennt den Übergangsbereich für gewöhnliche gesetzlich versicherte Beschäftigungen automatisch.
Warum gelten für Azubis andere Regeln?
Auszubildende werden nicht nach den normalen Midijob-Regeln behandelt. Personen, die zu ihrer Berufsausbildung beschäftigt sind, sind von den besonderen Übergangsbereichsregeln ausgenommen.
Zusätzlich gilt für Auszubildende eine eigene Geringverdienergrenze von 325 Euro monatlich. Bis zu dieser Grenze trägt der Arbeitgeber die Sozialversicherungsbeiträge im Standardfall allein.
Deshalb gibt es einen eigenen Brutto-Netto-Rechner für Ausbildung und Azubis statt die normale Arbeitnehmerlogik auf Ausbildungsvergütungen zu übertragen.
Wie sieht der Weg von 4.000 € Brutto zum Netto praktisch aus?
Bei 4.000 Euro Brutto wird nicht zuerst ein pauschaler „Abzugssatz“ bestimmt. Die Berechnung verarbeitet mehrere voneinander getrennte Positionen.
- Brutto festlegen: Ausgangspunkt sind 4.000 Euro regelmäßiges Monatsbrutto.
- Lohnsteuer berechnen: Der Lohnsteuerabzug wird mit Steuerklasse und weiteren ELStAM nach der 2026-Steuerlogik ermittelt.
- Zuschlagsteuern prüfen: Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer werden nach ihren eigenen Regeln berechnet.
- Krankenversicherung berechnen: Bei GKV werden allgemeiner Beitrag und kassenindividueller Zusatzbeitrag berücksichtigt.
- Pflegeversicherung berechnen: Elternstatus, Kinder und gegebenenfalls Sachsen verändern den Arbeitnehmeranteil.
- Renten- und Arbeitslosenversicherung berechnen: Die Arbeitnehmeranteile werden bis zu den jeweiligen Beitragsbemessungsgrenzen ermittelt.
- Abzüge zusammenführen: Erst die Summe der tatsächlich anfallenden Arbeitnehmerabzüge wird vom Brutto abgezogen.
Der exakte Nettobetrag kann für dasselbe 4.000-Euro-Brutto unterschiedlich sein, weil persönliche Merkmale die einzelnen Schritte verändern. Genau deshalb ist ein universeller Prozentsatz für „Brutto zu Netto“ nicht zuverlässig.
Welche 2026-Werte sind für die Brutto-Netto-Berechnung besonders wichtig?
| Rechengröße 2026 | Wert |
|---|---|
| Grundfreibetrag | 12.348 € / Jahr |
| Allgemeiner GKV-Beitragssatz | 14,6 % |
| Durchschnittlicher GKV-Zusatzbeitrag | 2,9 % |
| Pflegeversicherung Grundbeitrag | 3,6 % |
| Rentenversicherung | 18,6 % |
| Arbeitslosenversicherung | 2,6 % |
| GKV/PV-Beitragsbemessungsgrenze | 5.812,50 € / Monat |
| RV/ALV-Beitragsbemessungsgrenze | 8.450 € / Monat |
| Midijob-Bereich | 603,01 € bis 2.000 € / Monat |
Jährlich können sich Steuerwerte, Beitragssätze und Grenzen ändern. Unsere Zusammenfassung der aktuellen Anpassungen findest du unter Brutto-Netto 2026: Änderungen bei Steuern und Sozialabgaben.
Warum ist das Netto nicht einfach ein fester Prozentsatz vom Brutto?
Weil verschiedene Abzüge unterschiedlich auf das Einkommen reagieren. Die Lohnsteuer folgt einem progressiven Tarif, Sozialversicherungsbeiträge haben Beitragsbemessungsgrenzen und im Midijob gelten reduzierte Arbeitnehmerbeiträge.
Dadurch kann sich die Nettoquote mit steigendem oder sinkendem Brutto verändern. Zwei Beispiele verdeutlichen das Prinzip:
- Oberhalb einer Beitragsbemessungsgrenze steigt der betreffende Sozialversicherungsbeitrag nicht mehr mit jedem zusätzlichen Euro Brutto.
- Im Übergangsbereich steigt der Arbeitnehmeranteil zur Sozialversicherung schrittweise an und entspricht nicht einfach dem normalen Beitragssatz auf das volle Entgelt.
Ein pauschaler Satz wie „vom Brutto bleiben immer 65 Prozent“ kann deshalb höchstens eine grobe Alltagsschätzung sein, aber keine belastbare Gehaltsberechnung.
Ist der Grundfreibetrag dasselbe wie steuerfreies Bruttogehalt?
Nein. Der Grundfreibetrag bezieht sich auf den Einkommensteuertarif und darf nicht mit einer identischen Bruttolohn-Grenze verwechselt werden.
Vom Bruttogehalt zum steuerlich maßgeblichen Betrag führen mehrere Rechenschritte. Außerdem existieren neben der Steuer auch Sozialversicherungsbeiträge. Ein Jahresbrutto von 12.348 Euro bedeutet deshalb nicht automatisch, dass keinerlei Abzüge entstehen.
Diese Unterscheidung verhindert einen häufigen Fehler bei manuellen Brutto-Netto-Schätzungen.
Ist die Lohnsteuer dasselbe wie die endgültige Einkommensteuer?
Die Lohnsteuer ist die während des Jahres vom Arbeitslohn einbehaltene Form der Einkommensteuer. Die endgültige steuerliche Situation kann sich im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung anders darstellen, wenn weitere Einkünfte, abzugsfähige Aufwendungen oder andere steuerliche Sachverhalte hinzukommen.
Für die Gehaltsabrechnung ist zunächst der laufende Lohnsteuerabzug entscheidend. Ein Brutto-Netto-Rechner bildet deshalb die Lohnabrechnung ab und ersetzt keine vollständige Einkommensteuererklärung.
Warum kann die echte Gehaltsabrechnung vom berechneten Netto abweichen?
Eine reale Lohnabrechnung kann zusätzliche Informationen enthalten, die ein allgemeiner Brutto-Netto-Rechner nicht kennt. Abweichungen bedeuten deshalb nicht automatisch, dass eine der beiden Berechnungen falsch ist.
Typische Ursachen sind:
- Einmalzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld,
- Bonuszahlungen und Provisionen,
- geldwerte Vorteile,
- betriebliche Altersvorsorge,
- Zulagen und Zuschläge,
- abweichende ELStAM,
- ein anderer Krankenkassen-Zusatzbeitrag,
- mehrere Beschäftigungen,
- individuelle PKV-Bestandteile,
- unregelmäßige Monatsgehälter.
Unsere technische Berechnungsgrundlage, unterstützten Fälle und Grenzen sind unter Berechnungsmethode & Quellen dokumentiert.
Wie kannst du dein Nettogehalt selbst möglichst genau berechnen?
Am zuverlässigsten ist eine Berechnung mit den tatsächlichen Merkmalen deiner Lohnabrechnung. Verwende nicht nur das Brutto, sondern mindestens Steuerklasse, Krankenversicherung, Kirchensteuerpflicht und die relevanten Kinder- und Pflegeversicherungsangaben.
- Bruttogehalt und richtigen Zeitraum festlegen.
- Steuerklasse aus den aktuellen ELStAM beziehungsweise der Abrechnung verwenden.
- Kirchensteuerpflicht und Bundesland korrekt angeben.
- Bei GKV den tatsächlichen Zusatzbeitrag der Krankenkasse verwenden.
- Elternstatus und berücksichtigungsfähige Kinder für die Pflegeversicherung korrekt angeben.
- Kinderfreibetrag nicht mit den Pflegeversicherungs-Kindern verwechseln.
- Sonderfälle wie Midijob oder Ausbildung mit dem dafür passenden Rechenmodell behandeln.
Danach kannst du das Ergebnis mit dem Brutto-Netto-Rechner 2026 berechnen und die einzelnen Abzüge getrennt prüfen.
Häufige Fragen zur Nettogehalt-Berechnung
Wie berechnet man Netto aus Brutto?
Vom Bruttogehalt werden die tatsächlich anfallenden Steuern und Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung abgezogen. Dazu zählen insbesondere Lohnsteuer sowie Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung; gegebenenfalls kommen Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer hinzu.
Wie viel Prozent werden vom Bruttogehalt abgezogen?
Es gibt keinen allgemeingültigen Prozentsatz. Die Abzüge hängen von Einkommen, Steuerklasse, Versicherung, Kirchensteuer, Kindern, Beitragsgrenzen und weiteren Merkmalen ab. Eine feste Nettoquote ist deshalb nur eine grobe Schätzung.
Warum haben zwei Personen mit gleichem Brutto unterschiedliches Netto?
Weil persönliche Merkmale unterschiedlich sein können. Steuerklasse, Kirchensteuer, Krankenkassen-Zusatzbeitrag, Pflegeversicherung, Kinderfreibeträge und weitere ELStAM können den laufenden Abzug verändern.
Wird der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung von meinem Brutto abgezogen?
Nein. Vom Arbeitnehmerbrutto wird grundsätzlich dein Arbeitnehmeranteil einbehalten. Der Arbeitgeberanteil wird zusätzlich vom Arbeitgeber getragen und nicht noch einmal vom vereinbarten Bruttogehalt abgezogen.
Senkt der Kinderfreibetrag meine monatliche Lohnsteuer?
Nein. Nach den Vorgaben des Bundesfinanzministeriums beeinflussen Kinderfreibeträge im laufenden Lohnsteuerabzug nicht die Lohnsteuer selbst, sondern die Berechnung von Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.
Warum zahle ich oberhalb einer bestimmten Gehaltshöhe nicht immer mehr Sozialabgaben?
Weil Sozialversicherungsbeiträge nur bis zur jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze berechnet werden. 2026 liegt sie bei 5.812,50 Euro monatlich für Kranken- und Pflegeversicherung und bei 8.450 Euro für Renten- und Arbeitslosenversicherung.
Kann ich aus einem gewünschten Netto das nötige Brutto berechnen?
Ja. Dafür ist der Netto-Brutto-Rechner 2026 vorgesehen. Er sucht anhand derselben Steuer- und Sozialversicherungslogik nach dem Bruttogehalt, das dein gewünschtes Netto erreicht.
Stand und Quellen
Stand: 2026 · zuletzt fachlich geprüft: 29. August 2026
Die steuerlichen Angaben basieren auf den Veröffentlichungen des Bundesministeriums der Finanzen, insbesondere dem Programmablaufplan für die Lohnsteuer 2026 und den steuerlichen Änderungen für 2026. Die Sozialversicherungswerte stammen aus den Veröffentlichungen des Bundesgesundheitsministeriums, der Bundesregierung und der Deutschen Rentenversicherung.
Für eine konkrete Berechnung kannst du den Brutto-Netto-Rechner 2026 verwenden. Die vollständige technische Dokumentation findest du unter Berechnungsmethode & Quellen.
Recherche und Redaktion: Muzammal Amin
